Ein halbes Jahrhundert mit dem Pinsel in der Hand

Anatoli Gostew - ein halbes Jahrhundert mit dem Pinsel in der Hand.

Schon mehr als ein halbes Jahrhundert der Pinsel in meiner Hand, streifend die Leinwand oder Papier, denkt über die Welt, die ich schaffe.

Zunächst war es die Welt des Kindes, die Welt des Erkennens, unbefangene, aber ohne Wissen und Erfahrung. Eindrücke von meinen ersten künstlerischen Experimenten führten zu einem vagen Wunsch, das faszinierende Handwerk, die Welt mit Farben zu schildern, zu erlernen. Dummer Wusch.
Sorgfältig wischte ich die Welt des Kindes ab und ersetzte sie mit Mustern und Schablonen, die jeder versteht. Ich habe lange fleissig studiert, und man hat mir das sozialistische Realismus, die richtige Perspektive, die richtige Zusammensetzung und realistische Schilderung von Umgebung unterrichtet. Solche schöne Straße führt in eine Sackgasse.
Parallel dazu studierte ich Musik, und nur Musik half mir später, die Pinsel in den Winkel nicht zu werfen. Klassische Musik half mir in der Harmonie von Farben, und Jazz in der Improvisation mit der Gestalt. Es blieb, nur die Sprache zu finden. Die Suche dauerte 20 Jahre.
Musik hat mir geholfen, die Schablonen und Muster zu vergessen, durch Verbindung der Welt der Kindheit mit Empfindungen der Erwachsenen und dem Wunsch, eine einfache Wahrheit zu vermitteln ... Das Bild ist nicht auf 5 Minuten, es hängt an der Wand und mit ihm lebt man, es hilft zu leben, wenn es nur positive Emotionen erregt, und dann ... Ich stand hinter der Leinwand (wie in alten russischen Ikonen, mit ihrer Aufrichtigkeit, gegenseitiger Perspektive und dem Wunsch, zu helfen). Wenn ich schon in Europa wohnte, machte ich ein Experiment - ich verkaufte meine Werke und gab den Käufern die Möglichkeit, nach einer Woche das Bild mir zurückzugeben und das Geld zu abholen. Kein Bild kehrte zurück.

Ich stehe da, an der Rückseite der Leinwand, in jedem meinen Bild, und spreche mit Ihnen. Treffend oder nicht, darf ich nicht richten. Dies ist meine Sprache, und jedes Mal, wenn ich male, ist es wie zum letzten Mal. Das dauert schon mehrere Jahre. Mir nicht viel Leben geblieben, und es ist mir wichtig, dass Menschen, dass diejenigen, für die ich male, egal was oder wer er/sie ist, konnten sehen, dass ich ihnen alles, was ich habe, gebe. Und von ihnen erwarte ich das Gleiche. Ich mag Kunst, und ich liebe es zu malen. Ich glaube, ich wurde geboren, um das zu tun.

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